Warum unterstützt ihr ReactOS?

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Mr. Anderson
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Re: ReactOS unterstützen

Post by Mr. Anderson » Thu Jan 04, 2007 2:34 am

andrku wrote: - die wenigsten Spiele laufen darauf
- Treiber gibt es oft erst spät oder gar nicht
- zu viele unterschiedliche Konzepte (zB. bei den Paketen)
- sobald was nicht tut, wirds richtig kompliziert (neu kompilieren usw.)
- imho veraltete Software-Struktur (monolithischer Kernel)
Im Grund stimme ich zu, möchte aber zwei Dinge zu Linux anmerken:

Die Treiber sind nur noch bei recht ausgefallener Hardware ein Problem. Mit Windows Vista unterstützt Linux deutlich mehr Hardware als Windows.

Was den Kernel angeht, ist das in der Tat ein Ärgernis, immer noch mit monolithischen Kerneln zu werkeln (wenigstens gibt es Mach und Hurd wird ja auch portiert ^^). Aber ich sehe da keinen ernsthaften Nachteil gegenüber Windows. Da wird das zwar Microkernel genannt, aber so weit ich das sehe, läuft trotzdem fast alles im Kernelspace und Teile wie die GDI machen sogar direkte Zugriffe auf die Hardware.

Radhad
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Post by Radhad » Thu Jan 04, 2007 4:20 am

Zum Teil laufen aber die WinXP Treiber auch unter Vista - daher stimmt das so auch nicht ganz.

Dominik2
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Re: ReactOS unterstützen

Post by Dominik2 » Thu Jan 04, 2007 4:24 am

Mr. Anderson wrote:Was den Kernel angeht, ist das in der Tat ein Ärgernis, immer noch mit monolithischen Kerneln zu werkeln (wenigstens gibt es Mach und Hurd wird ja auch portiert ^^). Aber ich sehe da keinen ernsthaften Nachteil gegenüber Windows. Da wird das zwar Microkernel genannt, aber so weit ich das sehe, läuft trotzdem fast alles im Kernelspace und Teile wie die GDI machen sogar direkte Zugriffe auf die Hardware.
Das Windows einen Microkernel hat/hatte ist einfach falsch. Man liest es zwar oft, stimmen tut es deswegen aber trotzdem nicht! Wenn man mal genau hinschaut und einfach stur nach Definition vergleicht, ist Linux sogar näher an einem Microkernel als Windows (Stichwort: GDI im Kernel-Mode). Bzw. ist das Potential zu einem Microkernel bei Linux größer (z.B.: FUSE).

Mr. Anderson
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Re: ReactOS unterstützen

Post by Mr. Anderson » Fri Jan 05, 2007 10:40 pm

Dominik2 wrote:Das Windows einen Microkernel hat/hatte ist einfach falsch. Man liest es zwar oft, stimmen tut es deswegen aber trotzdem nicht! Wenn man mal genau hinschaut und einfach stur nach Definition vergleicht, ist Linux sogar näher an einem Microkernel als Windows (Stichwort: GDI im Kernel-Mode). Bzw. ist das Potential zu einem Microkernel bei Linux größer (z.B.: FUSE).
Wow, ich hätte es anders formulieren sollen. Etwas klarer: Microsoft redet in der NT-Linie von einem Microkernel obwohl der Kernel an sich kein solcher ist. Microsoft bezeichnet damit trotzdem einen bestimmten kleinen Teil des Windows-Kernels als Microkernel.

Dominik2
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Re: ReactOS unterstützen

Post by Dominik2 » Sat Jan 06, 2007 11:23 am

Mr. Anderson wrote:Wow, ich hätte es anders formulieren sollen. Etwas klarer: Microsoft redet in der NT-Linie von einem Microkernel obwohl der Kernel an sich kein solcher ist. Microsoft bezeichnet damit trotzdem einen bestimmten kleinen Teil des Windows-Kernels als Microkernel.
Nein, selbst MS redet nicht von einem Microkernel. Offiziell hat Windows einen Hybridkernel. Ist aber trotzdem nur Marketing-Blabla, prinzipiell ist es doch ziemlich egal ob der Code durch nachladbare Module oder direkt im Kernel ausgeführt wird. Beides ist bei Windows typischerweise im Kernel-Mode (wie du ja schon geschrieben hast), bringt also keinerlei Sicherheitszuwachs. Außerdem gibt es bei Linux auch schon länger ladbare Module (*.ko).
Wie ich ja schon geschrieben habe, bei Windows läuft unterm Strich mehr im Kernel-Mode als bei Linux. Da ist das Feature mit den ladbaren Modulen eben nur Augenwischerei, solange diese Module nicht im User-Mode ausgeführt werden, bringt es nichts.


Dominik2
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Re: ReactOS unterstützen

Post by Dominik2 » Sun Jan 07, 2007 8:33 am

In diesem Artikel geht es um NT 4.0. Mittlerweile haben sie es eingesehen, dass Windows keinen Microkernel hat. Im aktuellen DDK steht da nämlich nur noch "Kernel".

Im Buch "Inside Windows 2000" wird zudem gesagt, dass Windows definitiv keinen Microkernel besitzt. Es wurde dann damit begründet, dass man ja eh nichts sinnvolles machen könnte, wenn eine für das System wichtige Komponenten abstürzt. Also braucht man auch keinen Microkernel, bei dem man potentiell noch etwas retten könnte.

"Microkernel" wurde von MS immer nur als Buzzword eingesetzt, mehr steckt nicht dahinter. Deswegen ist es ja neuerdings ein "Hybridkernel".
Mr. Anderson wrote: Wow, ich hätte es anders formulieren sollen. Etwas klarer: Microsoft redet in der NT-Linie von einem Microkernel obwohl der Kernel an sich kein solcher ist. Microsoft bezeichnet damit trotzdem einen bestimmten kleinen Teil des Windows-Kernels als Microkernel.
Jetzt habe ich verstanden wie du es gemeint hast. Mir war nicht bewusst, dass MS sich den Begriff "Microkernel" selbst definiert hatte. Davon sind sie ja anscheinend abgekommen.

PeterK
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Re: Warum unterstützt ihr ReactOS?

Post by PeterK » Sun Jan 14, 2007 11:02 am

danpro wrote:Warum ReactOS, wenn es schon Windows gibt?
> Warum EnBW wenn es schon RWE gibt ?
> Warum Dash wenn es schon Persil gibt ?


Also, wieso bist Du für ein Monopol, eine "Diktatur" ?

Freie Marktwirtschaft auch auf OS-Ebene !
Her mit den Alternativen !
danpro wrote: Man kann doch dieser Firma einfach die Arbeit geben, ein OS zu schreiben. Das ich dafür Geld zahlen muss ist klar, Brot gibt`s auch nicht kostenlos. So ist das halt in unserer Gesellschaft.
Man kann auch ReactOS nehmen wenn es denn mal "fertig" ist.

Und zwar kostenlos.

So ist das halt in unserer Gesellschaft.

Radhad
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Post by Radhad » Sun Jan 14, 2007 11:25 am

Unsere Gesellschaft muss sich ändern - zur Zeit läuft da einfach vieles schief. Dass ein Unternehmen solch eine Macht hat ist schon sehr bedenklich. Linux + WINE sind zwar auch eine Alternative, aber ein Umstieg auf Linux ist bei Firmen & Organisationen & Behörden mit hohen Kosten verbunden (vor allem für die Schulung) und viele lehnen Linux einfach ab.

Matthias
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Post by Matthias » Mon Jan 15, 2007 10:02 am

atarixle wrote:Ich habe aber auch geschrieben, dass die Behörden Microsoft und andere Hersteller anweisen werden, diese Sicherheitslücken nicht mehr zu schließen, sondern explizit offenzuhalten. Das kann mir bei ReactOS/Linux nicht passieren!
Wie naiv bist Du? Die Polizei muss doch nur einen halbwegs fähigen Hacker anstellen, der sich erst ein paar Wochen lang Vertrauen erschleicht (=Code schreibt und zu ReactOS beisteuert) und dann irgendwo unauffällig einen Trojaner einbaut. Und ja, es gibt Methoden, um zu erreichen, dass so etwas unbemerkt bleibt: http://en.wikipedia.org/wiki/Underhanded_C_Contest

florian
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Post by florian » Mon Jan 15, 2007 10:51 am

atarixle wrote:Ich habe aber auch geschrieben, dass die Behörden Microsoft und andere Hersteller anweisen werden, diese Sicherheitslücken nicht mehr zu schließen, sondern explizit offenzuhalten. Das kann mir bei ReactOS/Linux nicht passieren!
Behörden können kaum ein Interesse an Sicherheitslücken haben, mögliche volkswirtschaftliche Schäden sind hierzu viel zu hoch. Man denke an die ganzen Rechner in den Behörde, den Unis, der Wirtschaft oder gar den heimischen PC. Der ist ja als Spamschleuder, wegen Internetbankings oder des Hacker-Ruhmes willen interessant.

Wenn, dann wird per Gesetz eine Hintertür geöffnet. Bei Mailprovidern über 1000 Kunden ist vergleichbares bsp. in Deutschland der Fall. Das wäre dann aber keine Sicherheitsschwachstelle im eigentlichen Sinn.

Im übrigen zeigt sich hier ein Vorteil von MS gegenüber Opensource, dort kann nicht jeder X-Beliebige schadhaften Code im Betriebssystem einbauen. Bei Opensource ist genau das möglich. Inwieweit eine Entwicklergemeinde jede Codeänderung - eines vermeintlich sicheren Entwicklers - überprüft, ist fraglich.

Ich sehe außerdem auch weniger eine polizeiliche als vielmehr eine wirtschaftskriminelle Gefahr.

Eigentlich war das jetzt ja ziemlich off-topic, aber um die Kurve zu kratzen: Der Vorteil - oder die Frage warum wir ReactOS unterstützen bzw. gut heißen - liegt darin, dass es
a) eine kostenlose Alternative sein wird und
b) in der Vielfalt Sicherheit begründet liegt.
Last edited by florian on Mon Jan 15, 2007 10:57 am, edited 1 time in total.

PeterK
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Post by PeterK » Mon Jan 15, 2007 10:56 am

Im übrigen zeigt sich hier ein Nachteil von MS gegenüber Opensource:

Bei MS kann jeder X-Beliebige Programmierer (ob aus eigenem Antrieb oder auf Anforderung von "oben") schadhaften Code im Betriebssystem einbauen, ohne daß dies kontrolliert werden kann. Bei Opensource ist genau das nicht möglich. Die Entwicklergemeinde kann den Code jederzeit überprüfen und auch schnell reagieren.

Radhad
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Post by Radhad » Mon Jan 15, 2007 11:05 am

Das sehe ich auch als stärke der Open Source Community. Allerdings hat es den Nachteil, dass der, der den Code kontrolliert. mindestens genauso viel Ahnung (wenn nicht gar mehr Ahnung) haben sollte, damit man schadhaften Code ausschließen kann.

florian
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Post by florian » Mon Jan 15, 2007 11:48 am

So wie Ihr das seht, kann man es auch sehen. Allerdings gehe ich...

erstens davon aus, dass bei MS hoffentlich mindestens eine zweite fähige Person den Code per Firmenpolitik überprüft - sowas nennt man dann Qualitätssicherung. Bei einer Opensourcegemeinde kann das behauptet und auch so gedacht sein, ob es allerdings immer wirklich der Fall ist, muss wohl jeder bei jedem Opensourceprojekt für sich selbst beantworten. Wenn ich mich recht entsinne, beschwerte sich ein namhafter Programmierer, dass das Vorzeigeprogramm Mozilla Firefox kaum noch ordentlich im Vorfeld geprüft werden würde. (Interessanterweise soll Opera sicherer sein wie Firefox!) Einfach glauben, dass Opensource per se sicherer sein soll, würde ich auf gar keinen Fall und ist sicherlich nicht gerade empfehlenswert! (Im Extrem kann so eine Opensourcehörigkeit bei einem Projekt eines einzigen russischen Entwicklers auf ner russischer Pornoseite zu ganz bösen Folgen führen... - "izwinitje" an unsre russische Forenleser.)

zweitens davon aus, dass die Entwickler bezahlt und es auch weiterhin werden wollen und somit nur über ein geringes Interesse verfügen sollten, schadhaften Code einzubauen - zumal in einer juristischen / polizeilichen / internen Aufarbeitung sehr leicht rückverfolgt werden kann, wer hierfür verantwortlich war. Keine Ahnung, inwieweit unsre Entwicklergemeinde mit ihren wirklichen Namen und Anschriften bekannt sind und von der Justiz verfolg- und greifbar.

drittens davon aus, dass von "oben" aus wirtschaftlichen Interessen seitens eines kommerziellen Anbieters a la MS wahrscheinlich keinerlei "Sicherheitslücken" offen gelassen oder eingebaut werden sollen. Wenn der Staat sich in Form eines Geheimdienstes einmischen sollte, dann dürften die das bei einem Opensource Projekt ebenfalls erfolgreich tun können - notfalls per gesetzlicher "1984" Regulierung.

PeterK
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Post by PeterK » Mon Jan 15, 2007 12:06 pm

florian wrote:Einfach glauben, dass Opensource per se sicherer sein soll, würde ich auf gar keinen Fall und ist sicherlich nicht gerade empfehlenswert!
Das wäre mit Sicherheit - unter den von Dir genannten Rahmenbedingungen - eine falsche Annahme.

Aber bei MS ist nicht einmal von aussen, von unabhängigen Dritten, überprüfbar, was dort geschieht - Firmengeheimnis ! Das läßt die Schlußfolgerung zu - OpenSource ist überprüfbar, MS-Software nicht !

(Alles weitere sind Vermutungen, Verschwörungstheorien, .. )

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